Ernst Ludwig Kirchner „Frauen auf der Straße“ (1915) | Tagesspiegel-Shop
NEU
„Frauen auf der Straße“ (1915)

Ernst Ludwig Kirchner

„Frauen auf der Straße“ (1915)

390,00 €
390,00 €

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Lieferzeit 10 Werktage

Details:

  • Hochwertige Fine Art Giclée-Edition auf Künstlerleinwand, auf Keilrahmen gespannt.
  • Limitierte Auflage 980 Exemplare, nummeriert, mit Zertifikat.
  • Gerahmt in hochwertiger schwarz-silberner Massivholzrahmung.
  • Format gerahmt 76,5 x 55,5 cm (H/B).

Seit 1915 lebte der Künstler in Berlin, und eines seiner Themen war das mondäne Großstadtleben, das er scharf konturiert und mit sicherem Farbempfinden in all seiner Groteske darzustellen wusste.

Zu sehen sind fünf schick gekleidete Frauen, Prostituierte, die bereit für eine Kontaktaufnahme mit Freiern sind. Kirchner stellt auf diesem Bild einen charakteristischen Menschentypus dar, der in Gruppen nächtliche Großstädte bevölkert, wie hier, im Berlin der unmittelbaren Vorkriegszeit, im Herbst des Jahres 1913. Am linken Bildrand ist in Form eines Autorades angedeutet, ein Symbol der mobilen modernen Zeit. Der Blick der links stehenden Frau ist darauf gerichtet. Alle anderen Frauen schauen abgewandt nach rechts in Richtung eines beleuchteten Schaufensters. Diese typische Großstadtszene auf einem Trottoir taucht bei Kirchner öfter auf. Die Figurengruppe steht bei diesen Straßenszenen im Mittelpunkt. Die dargestellten Figuren weisen verlängerte Körperproportionen, kantige Konturen der Gesichter und dadurch eine absolute Schlankheit auf. Die Kleidung der Frauen besteht aus dunklen engen Mänteln oder Umhängen, teilweise mit Pelzkragen und anderen Applikationen, sowie hochhackigen Schuhen, extravaganten Hüten und federgeschmückten Kappen. Ihre Pose ist die demonstrative Uninteressiertheit, aber mit verstohlenen Blicken. Ihr unbeweglich Statuenhaftes, aber mit lebendigen Augen, erzeugen die spezifisch erotische Spannung der Szenerie. Eine künstliche gelblich grüne, vor allem kalte Farbigkeit ist für Kirchners Berliner Straßenszenen typisch. Die Frauen erscheinen vor diesem Hintergrund wie dunkle violette schrille Vögel. Die umgebende Stadtarchitektur ist nur im Hintergrund des Bildes angedeutet. Kirchner orientierte sich in Berlin an den dort in Ausstellungen vertretenen französischen Kubisten und den italienischen Futuristen, die ihm in seiner Wahrnehmung der Stadt als dekadente Metropole eine expressive Darstellung erleichterte. Sein impulsiver nervöser Pinselstrich in Zickzacklinien und Schraffuren unterstreicht diese Auffassung und vermittelt „ein Gefühl der Anonymität und Hektik, wie es Kirchner in der Hauptstadt erlebt. Mit der Darstellung der Frauen in ihrer schrillen Exaltiertheit versinnbildlicht der Maler zudem die Dekadenz der spätwilhelminischen Gesellschaft, kurz vor der aufziehenden Katastrophe des Ersten Weltkriegs“.

Nach Ansicht der Kunsthistorikerin Hyang-Sook Kim ist dieses erste Berliner Straßenszenenbild der Beginn eines Wandels in Kirchners Frauendarstellungen. Waren seine Frauen der Dresdner Zeit bis 1911 durchwegs sinnlich und sexualisiert, werden sie nun entstellt, dämonisiert, raubtierhaft und als negative Projektion auf Kirchners Verhältnis zu Frauen dargestellt. Vielleicht ist seine aus der männlichen Perspektive entstandene Illusion bezüglich der Frauen angesichts der Verhältnisse auf den Berliner Straßen kurz vor der absehbaren Katastrophe eines Krieges zerstört worden und führte zu seiner Abneigung gegenüber ihrem selbstbewussten hochmütigen Auftreten, die sich in scharfen, eckigen Pinselstrichen zeigt, nach der Meinung Hyang-Sook Kims ein deutliches Zeichen seiner empfundenen Störung im Verhältnis der Geschlechter zueinander. Er malte in Berlin zum ersten Mal Straßenhuren, also keine Prostituierten in Bordellen, die passiv auf Kundschaft warten, sondern aktive Frauen, die von sich aus herausfordernd und selbstbewusst ihre Freier suchen. Die malerische Darstellung der Figuren erscheint überlebensgroß und weist auf eine Dominanz hin. In einem ikonografischen Zusammenhang betrachtet, könnte darauf geschlossen werden, dass Kirchner Frauen in einer herausragenden Stellung der Gesellschaft seiner Zeit sah.

Original: 1915, Öl auf Leinwand, 126 x 90 cm, Von der Heydt-Museum, Wuppertal.

Das könnte Ihnen auch gefallen
„Sommerwärme“ (2014)
Anja Struck
„Sommerwärme“ (2014)
Details: limitiert, 199 Exemplare nummeriert signiertes Zertifikat Reproduktion auf Aluminiumplatte hinter Acrylglas Format 35 x 105 cm (H/B) Aufhängevorrichtung Die Genauigkeit der Unschärfe - Anja Struck ist eine Meisterin der atmosphärischen Inszenierung. Das gilt zum Beispiel für ihre Arbeiten,...
490,00 €
„Friedrich der Große, König von Preußen“ (1781)
Anton Graff
„Friedrich der Große, König von Preußen“ (1781)
Details: Reproduktion, Giclée auf Leinwand auf Keilrahmen gerahmt Format ca. 72 x 52 cm (H/B) Anton Graff (1736-1813) wurde 1766 Hofmaler an der Kunstakademie Dresden. Er porträtierte die Großen seiner Zeit, u. a. Schiller, Lessing und Kleist. Sein bekanntestes Werk wurde aber das 1781 entstandene Porträt...
380,00 €
„Sylter Rosen“
Ben Kamili
„Sylter Rosen“
Details: limitiert, 199 Exemplare nummeriert signiert Reproduktion, Giclée auf Bütten gerahmt verglast Format 36 x 30 cm In seiner Serie "Sylter Rosen" bringt der Künstler die beiden Motivwelten Landschaft und Blumen gewissermaßen zusammen - zum einen, weil das florale Kunstwerk auf Sylt...
280,00 €
„Weibliches Idealbildnis“ (1485/86)
Sandro Botticelli
„Weibliches Idealbildnis“ (1485/86)
Details: limitiert, 499 Exemplare nummeriert Zertifikat Reproduktion, Giclée auf Leinwand Keilrahmen Echtholzrahmung Format 41 x 59 cm Die Anspielungen sind zahlreich: Die Gemme aus dem Schatz der Medici, die Perlen im Haar (das "Wespennest"), die auf das Wappentier der Vespucci ("vespa"=Wespe) verweisen und...
398,00 €
Bewertungen
Schreiben Sie die erste Bewertung.
Bewertung schreiben